Ich arbeitet zur Zeit in einer Firma, die ihre IT-Prozesse nach ITIL umstrukturiert. Ein paar Erfahrungswerte daraus:
- ITIL ist keine ISO. ITIL sagt dir nicht, wie du etwas zu tun hast, sondern nur, was es zu tun gibt
- Ab einer bestimmten Firmen-Grösse bist du darauf angewiesen, dass Kompetenzen und Verantwortlichkeiten sauber geregelt werden. ITIL kann dir dabei helfen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sich jeder Mitarbeiter mit der oder den ihm zugeteilten Rolle(n) auch identifiziert und diese lebt.
- Die allermeisten Firmen leben vermutlich ITIL bereits teilweise, ohne sich dies bewusst zu sein. Beispielsweise mussten wir im "Service Desk" (zentrale Anlaufstelle für sämtliche User) und im "Incident-Management" (Prozess, in dem Störungen und Anfragen behandelt werden) kaum was ändern.
Ich würde mich nicht als grossen ITIL-Fan bezeichnen, finde das Konzept jedoch ziemlich gelungen. Gerade die Abläufe bezüglich Changes (an Soft- und Hardware) hatten bei uns starke Wildwuchs-Charakter, und mit zunehmenden Userzahlen nimmt die Tragweite unkoordinierter Changes zwangsläufig zu. ITIL sieht hier ein klares Konzept von Verantwortlichkeiten vor, welches Wildwuchs praktisch ausschliesst.
Wer sich mal informieren möchte, ein Literaturtip: "Optimiertes IT-Management mit ITIL" von den Herren Victor und Günther. ISBN 3-528-15894-8
Das Buch war übrigens meine hauptsächliche Lernhilfe für das "ITIL Foundations" Zertifikat, und ich habe dieses vor 2 Wochen bestanden (mit 90% richtigen Antworten). Aufwand und Prüfungsgebühr (165 CHF über
www.prometric.com) sind sehr human. Wer die Prüfung lieber auf Deutsch machen will muss entweder eine (schweineteure und in meinen Augen überflüssige) 3-tägige Schulung bei einem zertifizierten Anbieter machen, oder nach Deutschland fahren (
www.bildung4me.de).
Daneben habe ich mir noch die Probe-Prüfung gekauft von
www.exin-exams.com (irgendwas um die 8 Euro).
Grüsse, State