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Standard 15.10.2004, 15:18

Zitat:
Original geschrieben von Cello
Danke Maverick für deinen Beitrag!

Die Lernbereitschaft ist sicher der grösste "Nachteil", da es vielen Leuten einfach an Zeit fehlt.
Gleichzeitig deutest du aber auch an, das Linux nicht für jedermann geeignet ist, da das System einige Kenntnisse voraussetzt. Dies ist für mich der wichtigste Punkt im ewigen Streit um das "bessere" Beetriebssystem.

Wenn ich in diversen Foren die Disskusionen um die beiden OS nachlese, frage ich mich oft, was denn Linux sein soll. Ein OS für die "besseren" 10`000 oder ein System auf dem Weg zum Massenmarkt?
Wenn Linux nur für eine auserlesene Gruppe von Freaks ist, dann wird das System wohl wirklich einige gewichtige Vorteile haben. Wenn Linux aber den Anspruch hat für "Normal"-Benutzer das "bessere" OS zu sein, dann gibt es wohl noch einiges zu tun.

Wie du siehst, stelle ich möglichst alle wertenden Ausdrücke in Anführungszeichen. Aus dem einfachen Grund, da ich nicht werten will. Mich interessiert vorallem die Einstellung der Linuxer im iB.
Hier weiss ich, das man nicht gleich aufeinander losgeht, wenn man Fragen zu Linux hat, oder einfach nur das System kritisiert

Ich fänds toll, wenn wir hier einen wirklich objektiven Thread zum Thema Linux vs. Windows hinbekommen würden.

Cello

Bitte vergiss nicht, dass Linux und Windows vom Ursprung her ganz andere Ziele verfolgt haben. Linux war zu Beginn nie als Desktopsystem vorgesehen - Windows hingegen schon. Die Schwerpunkte waren ganz anders gelagert. Du vergleichst ja Äpfel auch nicht mit Birnen, obwohl beides unter Obst läuft
   
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Standard 15.10.2004, 17:39

Zitat:
Original geschrieben von Ryanika
Bitte vergiss nicht, dass Linux und Windows vom Ursprung her ganz andere Ziele verfolgt haben. Linux war zu Beginn nie als Desktopsystem vorgesehen - Windows hingegen schon. Die Schwerpunkte waren ganz anders gelagert. Du vergleichst ja Äpfel auch nicht mit Birnen, obwohl beides unter Obst läuft
Hmm, und als was war Linux den dann vorgesehen?
So weit ich mich erinnern kann, wollte Linus einen Terminalemulator schreiben, was er auch gemacht hat, zu dieser Zeit nutzte er Minix.
Als er sich dann beim verbinden mit dem Unix-Server der Uni vertippte und seine Minix installation verschoss, beschloss er kein Minix mehr zu installieren.
So entstand die erste Version des Linux-Kernels.
(Linux hat sich am anfang sehr an Minix orientiert, hatte aber bald einen grösseren Funktionsumfang)

grz zer00
   
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Standard 16.10.2004, 01:32

Zitat:
Original geschrieben von zer00
Hmm, und als was war Linux den dann vorgesehen?
Wie du richtig schreibst, war Linux eigentlich als Ersatz für Minix auf 386 gedacht. Linus Torvalds wollte ein besseres System als Minix.
Was ich gelesen habe, war eine der ersten "Anwendungen" die Mögichkeit, das task-switching des 80386 protected-mode zu nutzen:
Ein Programm gab laufend den Buchstaben "A" auf dem Bildschirm aus, das andere Probramm den Buchstaben "B". Daraus wurde ein Muster von lauter A und B auf dem Bildschirm.

Auf der Seite habe ich ein Zitat gefunden, welches ich euch nicht vorenthalten möchte:
http://www-2.cs.cmu.edu/~awb/linux.history.html

I think it's better than minix, but I'm a bit prejudiced. It will
never be the kind of professional OS that Hurd will be (in the next
century or so : ), but it's a nice learning tool (even more so than
minix, IMHO), and it was/is fun working on it.

Linus (torvalds@kruuna.helsinki.fi)


Linux hat sich schnell entwickelt und sich dabei immer an Unix als Vorbild gelehnt. Somit ist der Einsatz als Server ziemlich naheliegend.
Da die Quellen offen sind, kann jeder sein Einsatzgebiet abstecken oder sogar eine Portierung vornehmen.
Das ist mit ein Grund, warum Linux auf so vielfältiger Hardware läuft: Vom PDA bis zum Grossrechner.

Linux kommt vielerorts auch versteckt zum Einsatz, wo man es gar nicht bemerkt: Zum Beispiel wird www.informatikboard.ch auf einem Linuxserver gehostet!
Die Verbreitung von Linux im Internet ist recht gross, auf dem Desktop, so bin ich überzeugt, dauert das dank den aktuellen Desktopmanagern auch nicht mehr lange...


Bis bald
Kermit
   
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Standard 16.10.2004, 11:07

Zitat:
Original geschrieben von kermit
Wie du richtig schreibst, war Linux eigentlich als Ersatz für Minix auf 386 gedacht. Linus Torvalds wollte ein besseres System als Minix.
Was ich gelesen habe, war eine der ersten "Anwendungen" die Mögichkeit, das task-switching des 80386 protected-mode zu nutzen:
Ein Programm gab laufend den Buchstaben "A" auf dem Bildschirm aus, das andere Probramm den Buchstaben "B". Daraus wurde ein Muster von lauter A und B auf dem Bildschirm.

Bis bald
Kermit
Genau die A, B Geschichte.
Hast Du mal den Mailverkehr zwischen Linus und Andres Tanenbaum gelesen, ist recht unterhaltsam.

grz zer00
   
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Standard 16.10.2004, 12:24

Hallo,

ich habe den kompletten Thread hier durchgelesen und wollte gerne auf Cello's Frage antworten in bezug auf Linux - also dem Kernel.

Jemand der gerade auf Linux umsteigt wird es sicherlich schwer haben einen Linuxkernel zu konfigurieren aber! wenn dieser User Ahnung von der Hardware in seinem PC hat durchaus möglich.
Als Beispiel sei hier der Prozessor (CPU) gesagt, wo man so einige Dinge bei der Kernelkonfiguration einstellen kann.

Wenn du weisst was du für eine CPU besitzt und weisst was deine CPU unterstützt (HT, MTRR, Math Emulation (alte CPU) etc. dann ist dies gut möglich einzustellen, da bei der Konfiguration eines Kernels eine Hilfefunktion dabei ist, wo man nachlesen kann was denn diese Funktion bewirkt und du dann selbst entscheiden kannst ob du es brauchst.

Sicherlich gibt es beim Kernelbau auch tücken, zb wenn du das unterstützte Filesystem nicht in den Kernel einkompilierst sondern nur als Modul einbindest, dann wird der Kernel das Filesystem beim booten nicht mounten können, weil die Module im 3. Bootprozess erstgeladen werden. Es denn du hast eine RAM-Disk erstellt wo der Kernel im 2. Bootprozess darauf zugreifen kann.

Das sind aber Dinge die man nur durch probieren herausfindet.
Es gibt dort keinen Assisstenten der alles für dich macht, sondern du selbst bist gefragt und genau das ist das interessante an Linux -- für mich gesehen.

Für jemanden der nur alltägliche Arbeit erledigen will ist mit einer Distribution von zb SuSE bestens beraten und nicht wirklich interesse haben einen Kernel zu kompilieren.

Jemand der ernsthaft in die Materie einsteigen und das System tunen möchte kommt ums kompilieren nicht drum herum, denn nur so kannst du das System optimal an deine Hardware anpassen.

Daher komme ich zu dem Schluss und um deine Frage zu beantworten wer dir erklärt wie man einen Kernel zusammenbaut:

DU + deine Hardwarekenntnisse + Hilfefunktion + probieren

Eventuell gibt es da noch ein paar Dokumentationen im Netz darüber.
Auch dieses Forum wird dir helfen bei Problemen. Hast du den ersten Kernel lauffähig bekommen, dann ist der nächste kein Problem mehr und wirst entdecken das du hier und da das ganze noch weiter tunen kannst.

Zur anderen Frage obLinux was für Freaks ist:

Für normaluser die einfach nur damit arbeiten wollen... NEIN, denn dazu sind Distributionen wie SuSE, FC, Mandrake optimal.

Für Leute die in die Materie eintauchen wollen und tiefgründige Kenntnisse vom ganzen haben oder erlernen wollen, werden in der Welt von Linux ihre Erfüllung finden.

Grüße
DaGrrr


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Zitat:
Original geschrieben von zer00
Genau die A, B Geschichte.
Hast Du mal den Mailverkehr zwischen Linus und Andres Tanenbaum gelesen, ist recht unterhaltsam.

grz zer00
Ja, der Briefwechsel ist legendär!

Es gibt ja mittlerweile ein ganz gute Doku-Filme über Linux:
-Revolution OS (wirklich sehenswert!) http://www.revolution-os.com/
-Codename: Linux, The Code http://www.linuxthemovie.com/

Wie wär's mal mit einem Filmabend?

bis bald
Kermit
   
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Achja, hier ein Mini howto zum Kernelkompilieren:

http://www.tuxhausen.de/kurs_kernel.html

Weiterhin ist die eingebaute Hilfefunktion Kernel sehr hilfreich.

Grüße
DaGrrr


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Habe mir auch soeben den Thread zur Gemüte geführt und viele interessante Details erfahren. Ein Musterbeispiel eines Thread's in einem Informatikboard. Bravo!


Greez
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Danke DaGrrr
für die Ausführungen rund um den Kernel.
Sollte ich wirklich mal mit Linux herumspielen, dann wird es mit Sicherheit am Kernel sein.
Der Grund: Ich habe ein produktives System, mit dem ich sehr zufrieden bin
Aber die Hand auf den Kernel zu legen ist zumindest für den Geistigen Erfolg das vielversprechendere.

Welche Distribution würdet ihr mir empfeheln, wenn ich nicht auf ein produktives Gesamtsystem hinaus will, sondern die technischen Hintergründe von Linux lernen möchte?
Gentoo?

Die notwendigen Hardwarekenntnisse sind glaub ich vorhanden.

Cello


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Standard 18.10.2004, 14:53

Gentoo, Debian, Redhat, du kannst eigentlich alle Distributionen nehmen! Du musst halt nur Zeit haben, um damit auch was zu machen!


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