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MS-Zertifizierungen sind überflüssig
Alt
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Standard MS-Zertifizierungen sind überflüssig - 08.01.2007, 23:11

Dem Loblied von MS und Schulungsanbietern auf den sagenhaften Wert von IT-Zertifizierungen muss ich
vehement widersprechen. Hier werden völlig unrealistische Erwartungen geweckt, die an der
Realität weit vorbeigehen. Generell gilt, dass das Thema "IT-Zertifizierungen" viel zu hoch
gekocht wird. Was die Unternehmen wirklich wollen, ist ein klassisch-akademisches Uni-Informatikstudium, nicht dieser Zertifikats-Spielkram. Als MCP/MCSA/MCSE-Zertifizierter kann ich jedem nur abraten, MS-Zertifizierungen zu erwerben. Bereits vor einigen Jahren in Deutschland waren diese Scheine nicht mehr viel wert. Mir wurde sogar gesagt: "So, sie sind MCSE? Das zeigt nur, dass sie gut auswendig lernen können". Nun, seit 2 Jahren in den USA ansässig, sehe ich, dass hier kein Hahn mehr danach kräht. MS-Scheine zählen einfach nichts - wohl aber Novell und Cisco, neben profunder Praxiserfahrung und -wissen - natürlich neben einem klassischen Uni-Informatikstudium. DAS ist, was die Unternehmen wollen. MS-Papiere
hingegen gelten nichts weiter als reine Produktspezialisierungen, aber nicht als seriöse
IT-Qualifikationsnachweise. Dies schreibe ich als Angestellter der IT-Admin eines hiesigen Colleges, wo "echte" IT-Fachleute, technische Redakteure, Dozenten usw., die ihr Fach wirklich kennen, arbeiten. Uber MS-Scheine wird hier nur gelacht. Unsere Netzwerkadmins haben ausnahmslos Advanced Cisco-Zertifikate - keiner ist MCSE oder MCSA. Unser College
bietet Cisco-Spezialisierungen an, aber keinen MS-Track. Für Novell-Zertifikate werden College Credits gutgeschrieben (gemäss einer Richtlinie der Amerikanischen Bildungsvereinigung), aber nicht für MS-Zerts. Diese Info kolportiere ich als IT-Spezialist, wo immer ich kann und wo immer es gehört wird, um - wo möglich - die Leute vor überzogenen Erwartungen zu warnen und von unrealistischen Hoffnungen sowie unnötigen Geld- und Zeitinvestitionen abzuhalten.
   
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MS-Zertifizierungen sind überflüssig
 
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GeschenkeNews die besondere Art zu schenken
Geschenke der besonderen Art.
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Ort: Germanien
Standard 09.01.2007, 00:03

Aha.
Da bin ich ja froh dass ich sowohl MCSE als auch Linux als auch Cisco Zertifizierungen habe. Hehe.
Tatsache ist, dass in vielen Betrieben der MCSE eben vorrausgesetzt wird - peng.
Dass man wissen sollte wie man Exchange, Active Directory, GPOs usw usw usw konfiguriert ist eh klar. Als Cisco-Gott kann man das freilich nicht - also nützt der Cisco Schein einem Microsoft-Admin genauso viel wie ein Eunuch KOndome gebrauchen kann!

Klar - letztendlich sind das nur Papiere. Das sollte jedem klar sein. Und Erfahrung ist viel wichtiger - auch eine alte Weisheit.

Die Kombination aus ECHTER BERUFS ERFAHRUNG, solider IT-GRUNDAUSBILDUNG und fachspezifischen ZERTIFIKATEN macht jedoch das aus, was man als CHANCENREICHEN Bewerber bezeichnen würde. Bisschen Glück und der "spacyfreak-faktor" sind freilich auch recht hilfreich! MuahahahHahhaahhh<hahahaha.


CCNA, MCSE ...
640-801 / 642-551 / 642-502 / 70-292 / 70-215 / 70-270 / 70-216 / 70-217 / 70-218 / 70-219 / 70-224 / LPI 101 / LPI 102

Geändert von spacyfreak (09.01.2007 um 00:06 Uhr).
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  (#3)
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Alter: 39
Standard 09.01.2007, 09:19

Hallo miteinander,

Zitat:
Original geschrieben von spacyfreak
Klar - letztendlich sind das nur Papiere. Das sollte jedem klar sein. Und Erfahrung ist viel wichtiger - auch eine alte Weisheit.

Die Kombination aus ECHTER BERUFS ERFAHRUNG, solider IT-GRUNDAUSBILDUNG und fachspezifischen ZERTIFIKATEN macht jedoch das aus, was man als CHANCENREICHEN Bewerber bezeichnen würde. Bisschen Glück und der "spacyfreak-faktor" sind freilich auch recht hilfreich!
ich teile die Meinung von Spacyfreak.

Meine Weiterbildung läuft auf den Kursen inkl. Zertifikaten von Novell (CNE), Linux (LPI) und CompTIA (Projektmanagement). Desweiteren besuche ich ab und zu spezifische Kurse wie z.B. die sehr empfehlenswerten Kurse von Informins im Netzwerkbereich [1].

Schöne Grüsse aus der Innerschweiz
Beat

[1] http://www.informnis.ch
   
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  (#4)
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Alter: 32
Standard 09.01.2007, 09:23

Zum Glück muss man ja nicht alles von den Amis übernehmen.


Der PC rechnet mit allem, nur nicht mit seinem Besitzer.

Der beste Weg einen schlechten Vorschlag vom Tisch zu wischen, besteht darin,
einen besseren zu machen.
   
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Standard 09.01.2007, 09:39

Hallo InfoTainment

Ich gehe einmal davon aus, dass jemand Interesse an der IT hat und er gerne auf diesem Gebiet auch arbeiten würde. Was hat er da für Möglichkeiten.

Er kann studieren. Aus bekannten Gründen können das nicht alle. Er kann sich anderweitig ausbilden. Lehre, Kurse, Praktika sind solche Möglichkeiten. Und er kann nachweisliche Praxiserfahrung erwerben.

Auch wer nicht studiert hat, muss sich irgendwann bewerben. Um also das angestrebte praktische Wissen zu erwerben, muss er zuerst einen Arbeitgeber von seinen Fähigkeiten überzeugen. Da hilft ein entsprechender Kurs. Später in seiner Laufbahn kann er dann abgeschlossene Kurse und Praxiserfahrung vorweisen. Dann ist er bei guten Zeugnissen in einer guten Position. Kurse können also ein wichtiger Baustein der beruflichen Laufbahn sein.

Auch wenn ich kein IT-Spezialist bin, so glaube ich doch erkennen zu können, dass viele Arbeitgeber keinen höchstqualifizierten Spezialisten wollen. Oft müssen Computer eingerichtet, gewartet, kleinere Netzwerke unterhalten etc. werden. Und da braucht es nicht immer den absoluten Spezialisten.

Mein Fazit ist deshalb, wenn sich jemand von diesen Kursen Wissensvorteile und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt verspricht, sollte er die Kurse besuchen.

Und zum Schluss vielleicht noch eine Bemerkung grundsätzlicher Natur. Oft steht die Weiterbildung unabhängig vom Inhalt hoch im Kurs. Ich war vor kurzem bei der Einstellung einer Fachkraft (nicht IT) dabei. Da sich auf diesem Arbeitsgebiet sehr viel, sehr schnell verändert, wurde im Anforderungsprofil festgeschrieben, dass ein Kriterium für die Bewerbenden ist, dass sie in den letzten 3 Jahren Weiterbildungen besucht haben. (Egal welche) Man wollte sicher sein, dass die Bewerber/innen immer noch lernwillig und lernfähig sind.

InfoTainment, kannst Du in einigen Punkten zustimmen?

Gruss
Gandalf
   
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Re: MS-Zertifizierungen sind überflüssig
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Standard Re: MS-Zertifizierungen sind überflüssig - 09.01.2007, 10:30

Zitat:
Original geschrieben von InfoTainment
MS-Scheine zählen einfach nichts - wohl aber Novell und Cisco, neben profunder Praxiserfahrung und -wissen - natürlich neben einem klassischen Uni-Informatikstudium. DAS ist, was die Unternehmen wollen.
Novell - was ist denn das ???
Eine Novell-Zertifizierung möchte ich jetzt aber gar nicht machen. Hier in der Schweiz kräht (fast) kein Hahn danach.
Und ein Uni-Abschluss ist zwar recht und schön. Aber dazu gehört auch der richtige Job. Ich glaube nicht, dass eine Firma für einen normalen Job als System-Techniker einen Uni-Mensch suchen. Schon aus Kostengründen.
Und ich bin bis jetzt sehr gut gefahren, mit meinen MS-Zertifizierungen. Das einzige Problem, das ich habe, ist mein Alter. Alt = Teuer. Und da würde mir auch ein Uni-Abschluss nichts helfen.
Aber ich gebe InfoTainment Recht. Vor 2 Jahren war ein MCSE-Titel nichts mehr wert, weil Arbeitsämter solche Ausbildungen bezahlten. Diese Leute lernten dann auswendig und konnten im wirklichen Arbeitsleben nicht mal nen Server installieren. Aber das hat Microsoft unterdessen auch gemerkt und dagegen Abhilfe geschafft. Die Prüfungen sind jetzt um einiges schwieriger. Braindumps sind praktisch auch nicht mehr erhältlich. Man sieht das auch an den zertifizierten Leuten. Bei Windows 2000 waren es noch über 250'000 MCSE's und bei Windwos 2003 lediglich noch etwa 50'000.

Ansonsten pflichte ich Spacy-Freak zu.

Gruss
Erich
   
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Standard 09.01.2007, 10:32

Hallo InfoTainmentBerater

Wie heisst nochmal die Schulungsfirma, für die du gerade Werbeetat ausgibst?



Grundsätzlich ist jede Schulung den Bedürfnissen der Firma anzupassen.
Ein Cisco-Diplom ist bei einem Zahnarzt auch nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht... Deshalb...
   
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Standard 09.01.2007, 10:35

Auch möchte ich noch anfügen, dass ein Uni-Abschluss in USA nicht mehr wert ist als hier eine ordentliche KV-Mittelschul-Lehre....

Die Amis nehmen sich ja eh immer ein bisschen zu ernst.
   
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Standard 09.01.2007, 12:10

man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

In USA ist einiges im IT-Markt anders als z.B. in der Schweiz. In der Schweiz und Umgebung ist ein MCSE etc vielleicht mehr wert als in USA. Es kann durchaus sein dass Firmen nicht mehr gleich viel Wert auf den MCSE-Schein legen.

Allerdings steht für ein überflüssiges Zertifikat verdammt oft "MCSE" in Stellenausschreibungen (auch bei Firmen die in USA tätig sind). Es ist halt nicht die allseligmachende Zerti sondern ein solider Mosaikstein.
Ich habe einige Uni-Abgänger gesehen (Engineers, WIs etc). Einige waren Hammer andere waren ein schlechter Witz.

Ich würde sagen ein MS-Zertifikat ist nicht per se Crap sondern nur so gut wie der ITler der dahintersteht. Ein schlechter MCSE ist in der Tat schlecht aber da kann das Zerti eigentlich wenig für. Zudem ist es heute nicht mehr so einfach wie früher.

Persönlich fühle ich mich ein wenig angegriffen wenn mir jemand sagt dass ich bisher nur Crap gemacht habe und mein Wissen "eh nichts wert ist". Vielleicht stimmts ja sogar. Aber ich kenne einige die mein KnowHow gerne mögen. Das kommt auch aus den MCP etc Lehrgängen.


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Standard 09.01.2007, 12:48

Lieber InfoTainment
Ich würde mit dir gerne mal durchgehen was ein zertifikat genau ist, im vergleich zu einem Uni Abschluss.
Wenn jemand sich weiterbildet, sei dies in einem Kurs oder selbst aus Büchern und dies anwendet so nennt man das in der Umgangsprache Erfahrung oder?
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie ich bei einer Neubewerbung mein Biochemischen Hirnverbindungen auch richtig darlegen kann, denn mein gegenüber kann in unserem momentanen evolutionären Stadium, (meistens) noch nicht gedanken Lesen und kann nich sagen wie gut ich auf seine Bedürfnisse ausgebildet und geschult bin. Also ist das Zertifikat ein gewisses Beweisstück dach ich zumindest Theoretisch mit dem Programm umgehen kann und somit ist meine Erfahrung von einer 3ten Stelle abgesegnet weil die nämlich die Prüfungen schreiben welche ich ausfüllen muss.

Nun zum Studium: Was beweisst ein Bachelor abgang bei einer hiesigen Universität?
Nicht mehr als das ich in den nötigen Vorlesungen war, das ich meine Arbeiten (welche genau so gut aus den Weiten des Internets sein können oder von Studien kumpels) abgegeben habe und in den zwischenprüfungen immer mindestens eine 3.95 im schnitt gemacht habe mehr auch nicht.
Ich habe viel Kolegen, welche Informatik studieren, welche sich nun am ende des Studiums zuerst mal auf etwas spezialisieren müssen um im Markt überhaupt bestehen zu können, von welchen einige nun Zertifikate (auch im MS Bereich) ablegen um ihr Theoretisches Uniwissen zu beweissen.

Zertifikate sind lediglich ein Beweissstück für das eigene Wissen und die Erfahrungen (auch MS Zertifikate) und haben in der Wirtschaft immer noch einen höheren Stellenwert wie eine Theoretiker Auszeichnung, den am Schluss muss der Kunde mit dem praktischen Ergebniss zu frieden sein und nicht mit der Theoretischen Dokumentation. So sind Zertis halt immer noch führend!

Was dieses Forum von Amerika haltet, steht glaube ich in einem anderen Thread oder?
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