Zitat:
Original geschrieben von Kevin
Danke Trainer!
Gibts da auch ein Programm zum Knacken der Mädel-Herzen :-)
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Also Kevin liest dich hier mal durch!
Galanterie für Anfänger
Im Mittelalter war alles noch ganz einfach: Der Ritter stellte sich unter das Fenster seiner Angebeteten, brachte ihr schmachtend einen Minnesang dar und durfte im Erfolgsfall die Eroberte gleich mit auf seine Burg nehmen. So weit die Mär.
Was das mit heute zu tun hat? Nun, es ist kein Zufall, dass sich solche Geschichten, die sich in Wahrheit vermutlich kein einziges Mal auf diese Weise und so simpel zugetragen haben, so lange halten. Ihr Inhalt spricht etwas an, das tief in unserem Inneren eine Saite zum klingen bringt, die viele von uns in der Hektik und Nüchternheit des Alltagslebens verdrängt haben oder verloren glauben: Unsere Sehnsucht nach Romantik und Kitsch.
Jedenfalls wohnt in den meisten Frauen (neben der selbstbewussten Businessfrau, der fürsorglichen Mutter, der klugen Gesprächspartnerin, ...) auch ein Stückchen von einer Prinzessin, die es liebt und genießt, ihrem Stand gemäß hofiert und verehrt zu werden, die weiß, was sie wert ist und sich nicht dem erstbesten hingibt, sondern die ihrem Kavalier Aufgaben stellt, um ihn zu prüfen.
Und in jedem Mann wohnt (neben dem selbstbewussten Geschäftsmann, dem fürsorglichen Vater, dem klugen Gesprächspartner, ...) ein edler Ritter, der sich dazu berufen fühlt, für seine Dame auf Abenteuer auszuziehen, ihr den Hof zu machen und sie zu erobern. Er weiß, was er kann und genießt es, jede ihm gestellte Aufgabe mit Bravour zu bestehen.
Übersetzt in die Umgangsformen des 21. Jahrhunderts bedeutet das, dass wir wieder mehr Galanterie, Humor, Einfallsreichtum und Respekt in das Geschlechterverhältnis bringen sollten. Wir alle kennen dieses Gefühl, das sich einstellt, wenn jemand (der Pöstler, die Supermarktkassierin, ein Lieferant) überraschend höflich und zuvorkommend war. Vielleicht lächeln wir, weil er es ein wenig übertrieben hat, aber wir lächeln und gehen mit leichterem Herzen in die nächste Stunde. Und auch der Lieferant hat unser Lächeln gesehen und nimmt es in seinem Gedächtnis mit.
Wer lächelt, andere bewusst und selbstbewusst anlächelt, gewinnt an Ausstrahlung, wird begehrenswerter, sexy, erotisch. Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, andere wirklich wahrzunehmen.
Die Damen könnten zum Beispiel aufhören, ihrem Liebsten die Ohren vollzunörgeln (sollte das der Fall sein), sondern sich ganz bewusst überlegen, welche Aufgaben sie ihrem Kavalier stellen wollen, um ihn zu prüfen: von Besorgungen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad (einen Strauß rote Rosen, ein Paar edle Pömps in der richtigen Schuhgröße, passende Dessous in ihrer Lieblingsfarbe...) über den Minnesang (einen erotischen Film für beide auswählen, eine anzügliche Geschichte vorlesen, ein romantisches Gedicht vortragen...) bis zu Heldentaten in größerem Ausmaß (einen Liebesbrief verfassen, ein Wochenende in Zweisamkeit arrangieren...).
Die Herren könnten zum Beispiel genau solche Dinge wie die oben beschriebenen tun und dabei vielleicht noch einen draufsetzen, um das Herz der Dame (und damit auch den Weg in ihre Kemenate) zu erobern, statt ständig nur über ihren Stress in der Arbeit zu jammern.
Im Übrigen heißt das alles natürlich nicht, dass nur die Herren aktive Verehrer spielen dürfen, im Gegenteil! Immerhin sind seit dem Mittelalter ja doch über 500 Jahre vergangen und die Geschlechterrollen haben sich ein wenig gelockert. Heute freuen sich auch Männer über ein unerwartetes Kuschel-SMS und auch so manche Dame lädt an der Bar gern mal auf einen Drink ein. Hauptsache: Es kommt von Herzen und es trifft ins Herz. Wetten, dann wird es auch ein paar Zentimeter tiefer ziemlich kribbelig?!