Eine neue Art von Phishing, also das Sammeln von Login-Daten wie Benutzernamen und Passwort, erlaubt es Betrügern, dem surfenden Anwender selbst verschlüsselte Internetseiten vorzugaukeln. Wer sich dieses Risikos bewusst ist, kann den Betrug jedoch erkennen.
UPDATE:
Inzwischen wurde die Firefox Version 1.0.1 in Englisch, Französisch und Italienisch zur Verfügung gestellt, die das Problem mit Umlaut-Domains für diesen Browser entschärft. Ein deutsches Update steht vorläufig noch nicht zur Verfügung. Neu werden in der Adressleiste die Sonderzeichen als so genannter Punycode dargestellt, so dass der Benutzer eine solche Domain leicht erkennen kann. Der Domainname paypal.com mit einem kyrillischen a lautet dann beispielsweise
www.xn—pypal-4ve.com.
Da die neue Version von Firefox zusätzlich einige Schwachstellen ausmerzt, empfiehlt sich ein Update umso mehr.
Massnahmen:
Alte Version deinstallieren, neue herunterladen und installieren
MELANI empfiehlt, die aktuelle Version von Mozilla Firefox (Version 1.0.1) herunterzuladen und zu installieren. Dabei ist darauf zu achten, dass die alte Installation zuerst deinstalliert wird. Informationen und Anleitungen in Englisch sind dazu zu finden unter:
http://www.mozilla.org/products/fire...loadandinstall
Unerfahrene Nutzer und Nutzer der deutschen Version: Auf Auto-Update warten und Massnahmen der Warnung vom 08.02.2005 beachten
Das automatisierte Update steht noch nicht zur Verfügung. Mozilla kündigt es für die nächste Woche an. MELANI empfiehlt daher ungeübten Benutzern, das Auto-Update abzuwarten und bis dann für Finanztransaktionen die Massnahmen der Meldung vom 8.2.2005 zu beachten. Auch Benutzer der deutschen Version müssen sich vorläufig noch mit den dortigen Massnahmen zufrieden geben, bis das Update auch in Deutsch zur Verfügung steht.
Meldung vom 08.02.2005:
Betroffene Betriebssysteme:
alle
Betroffene Anwendungen:
Sämtliche IDN-fähigen (IDN = Internationalized Domain Names) Web-Browser wie z.B. Opera 7.54, Konqueror 3.2.x, Mozilla, Firefox 1.0, Safari
Internet Explorer, falls IDN-Plugin installiert ist
Auswirkungen:
Ein neuer Phishing-Trick erlaubt es Betrügern, dem surfenden Anwender selbst verschlüsselte Internetseiten vorzugaukeln. Mit dieser neuen Methode, welche die kürzlich eingeführte Ausweitung der Internet-Domain-Namen mit internationalen Zeichen (im Deutschen beispielsweise Umlaute) nutzt, kann der Anwender auf eine URL geführt werden, die ein gültiges Adressfeld anzeigt und gar eine Verschlüsselung akzeptiert – und dies ohne Warnmeldung des Browser bezüglich eines ungültigen Zertifikats. Erst ein genauer Blick auf das Zertifikat lässt erkennen, dass es zwar gültig ist – aber nicht für die vermeintlich besuchte Webseite ausgestellt wurde.
Dieser Trick ist bei .ch und .li Domänen nicht anwendbar, da die Schweizer Registrierungsstelle SWITCH die entsprechenden Zeichen für Domänennamen nicht akzeptiert.
Massnahmen:
Internet-Adresse immer von Hand eingeben oder per Buchzeichen anwählen
Beim E-Banking oder der Erledigung von Internet-Einkäufen per Kreditkarte muss die URL des Anbieters immer von Hand angewählt werden, indem die Adresse von Hand in das Adressfenster des Browser eingegeben wird. Die Anwahl eines persönlich gesetzten Favoriten oder Buchzeichens ist ebenfalls möglich.
Keine Links in E-Mails oder anderen Webseiten zu einem Finanzanbieter anklicken
Niemals sollte ein Link, der angeblich zu einem vermeintlichen Finanzdienstleister führen soll, in einer E-Mail oder von einer Homepage aus angeklickt werden.
Zu Beginn der E-Banking / Online-Shopping Sitzung Zertifikat prüfen
Eine Meldung von MELANI vom Dezember 2004 erläutert die genaue Vorgehensweise mit Screenshots.
Für erfahrene Nutzer: Internationalized Domain Names (IDN) Funktionalität deaktivieren
Heise online beschreibt hier eine Methode, mit der erfahrene Nutzer die ausgenutzte Funktionalität ihres Webbrowser deaktivieren können. MELANI weist allerdings darauf hin, dass danach keine Domains mit Umlauten mehr angesurft werden können.