Habe hier einen sehr interessanten Artikel gefunden...
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Zunächst einmal muss ich zugeben, dass ich mich mit dieser Thematik schon eine Weile nicht mehr beschäftigt habe. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich seither nicht allzu viel in diesem Bereich getan hat. Und hier also die Vorteile des Internet Explorers bei Netzinstallationen:
1. Der IE ist Bestandteil des Betriebssystems
Aus Sicht der Administration heißt das vor allem, dass nach der Installation von Windows kaum mehr Arbeiten anfallen. Wenn eine Vielzahl von Systemen zu installieren und zu warten sind, brauche ich schon ein schlagkräftiges Argument, um noch zusätzlich einen Browser im Netz zu verteilen. Da die Unterschiede zwischen den verschiedenen Browsern aus Sicht des Anwenders nur marginal sind, lässt sich der zusätzliche Aufwand in der Regel nicht rechtfertigen.
2. Serverbasierte Profile
Der IE speichert alle Einstellungen und die Favoriten im Benutzerprofil. In großen Netzwerken wird man meist mit serverbasierten Benutzerprofilen arbeiten. Anwender können sich so an jeder beliebigen Maschine anmelden und finden immer ihre Daten und Einstellungen vor. Sie arbeiten allerdings nur mit einer lokalen Kopie ihrer Daten, was sehr von Vorteil ist, wenn Netz- oder Serverprobleme auftreten. Dieses Feature bekommt man mit dem IE ohne jeglichen zusätzlichen Administrationsaufwand.
3. Zentrale Konfiguration
Der IE lässt sich über Gruppenrichtlinien und über eine Konfigurationsdatei zentral administrieren und konfigurieren. Im Prinzip kann so jede denkbare Einstellung festlegt werden, die der IE bietet. Zum Beispiel hat der Administrator die Möglichkeit, die Sicherheitseinstellungen verbindlich vorzugeben oder auch nachträglich noch bestimmte Favoriten hinzuzfügen. Darüber hinaus kann er ziemlich genau festlegen, was der Anwender mit dem Browser anstellen darf. Menüs und Icons können ausgeblendet werden, selbst das Eingabefeld für die URL lässt sich entfernen, wenn der Anwender vom Surfen im Internet abgehalten werden soll. Es ist theoretisch sogar möglich, den IE als einzige Anwendung unter Windows zu starten. Der Browser lässt sich dann so amputieren, dass darüber auch nur bestimmte Webanwendungen aufzurufen sind. (Ich kann hier die vielen Möglichkeiten, die der IE bietet, nur anreißen.)
4. Patch-Management
Über SUS lässt sich mit Windows-Mitteln der IE sehr bequem auf dem neuesten Stand halten. Da man SUS bei größeren Netzinstallationen häufig im Einsatz haben wird, muss man für das Patch-Management des Browsers keinen zusätzlichen Aufwand treiben. Exploits für die meisten Sicherheitslücken tauchen fast immer erst dann auf, wenn die entsprechenden Patches schon längst verfügbar sind. Wer sein System praktisch täglich vollkommen automatisiert mit den neuesten Updates versorgt, muss sich über Sicherheitslücken keine allzu großen Sorgen machen. Es gibt außerdem von Fremdanbietern eine Reihe von Patch-Management-Tools, mit denen der IE ebenfalls aktualisiert werden kann.
5. Die Rendering-Engine des IE wird von vielen Anwendungen benötigt
Wenn man eine Vielzahl von Rechnern im Einsatz hat, wird man häufig um den IE sowieso nicht umhinkommen, da viele Anwendungen auf seine Rendering-Engine aufsetzen. Außerdem gibt es viele Applikationen, die sich in den IE einklinken wie etwa Adobe Acrobat Professional. Bei großen Netzinstallationen wird man immer versuchen, möglichst homogene Systeme zu betreiben. Da also häufig sowieso nicht auf den Einsatz des IE verzichtet werden kann, wird man eher auf die Browser der Konkurrenz verzichten. So muss sich die Administration nur mit der Pflege eines Browsers auseinandersetzen.
Im Wesentlichen basieren die Vorteile des IE auf seiner engen Verzahnung mit dem Betriebssystem. Da die Hersteller anderer Browser den kleinsten gemeinsamen Nenner in Bezug auf die Möglichkeiten der unterschiedlichen Betriebsysteme finden müssen, gelingt die Integration nicht in dem Maße wie beim IE. Zum Teil lässt sich die oben beschriebene Funktionalität auch mit anderen Browsern beziehungsweise Betriebsystemen erreichen. Allerdings wird man in der Regel einen sehr vielen höheren Aufwand treiben müssen.
So, das ist jetzt viel länger geworden, als ursprünglich geplant. Es ließe sich vermutlich noch mehr zu diesem Thema sagen, aber ich hoffe doch, dass die Neugierde von Volker Weber erstmal gestillt ist."
Kurz zum Autor des Beitrages:
" Michael Pietroforte ist IT-Leiter an der Universität München und arbeitet als freier Autor schwerpunktmäßig über Infrastruktur-Software im Windows-Umfeld. Zu seinen Interessensschwerpunkten gehören unter anderem Systemmanagement, Sicherheitsthemen und elektronisches Publizieren."
http://www.cydome.de/mpietroforte/archives/000216.html http://www.cydome.de/mpietroforte/about.shtml